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Golfregion-Konflikt treibt Aluminiumpreise auf neue Höhen

Iranische Vergeltungsangriffe legen QatarEnergy-Produktion lahm – Aluminium steigt um 3,8 Prozent auf 3.315 Dollar.

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Golfregion-Konflikt treibt Aluminiumpreise auf neue Höhen

Die Aluminiumpreise sind um 3,8 Prozent auf 3.315 Dollar pro Tonne gestiegen, nachdem iranische Vergeltungsschläge die Produktion von QatarEnergy zum Erliegen gebracht haben. Die Angriffe, die auf US-israelische Luftschläge gegen den iranischen Obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei folgten, haben die wichtigste LNG-Anlage des Unternehmens lahmgelegt. Die Golfregion erwirtschaftet laut ING Research rund 8 Prozent der weltweiten Aluminiumproduktion – ein Ausfall mit globalen Konsequenzen.

Unmittelbarstes Opfer ist das Joint Venture Qatalum, das der staatliche katarische Aluminiumproduzent gemeinsam mit dem norwegischen Konzern Norsk Hydro betreibt. Das Unternehmen leitete eine kontrollierte Stilllegung ein und warnte, dass ein vollständiger Neustart sechs bis zwölf Monate dauern könnte. Norsk Hydro verschickte bereits Force-Majeure-Mitteilungen an seine Kunden. Die Nennkapazität von Qatalum beträgt 636.000 Tonnen jährlich.

Emirates Global Aluminium reagierte ebenfalls auf die Krise und greift nach eigenen Angaben auf Offshore-Lagerbestände zurück, um Verzögerungen bei der Verladung abzufedern.

Strukturelle Schwäche der Golfregion

Die Verwundbarkeit der regionalen Aluminiumindustrie geht über den aktuellen Konflikt hinaus. Die Schmelzhütten am Golf verfügen lediglich über Tonerde-Vorräte für drei bis vier Wochen. Gleichzeitig produziert die Region nur 3 Prozent der weltweiten Tonerde und gerade einmal 1 Prozent des globalen Bauxits. Eine anhaltende Einschränkung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus würde die Produzenten daher rasch unter Druck setzen.

Europa trägt dabei das größte Downstream-Risiko. Rund 30 Prozent der europäischen Aluminiumimporte stammen aus der Golfregion, wobei Material aus den Vereinigten Arabischen Emiraten dominiert. Auch die USA sind betroffen: Über 20 Prozent der amerikanischen Aluminiumimporte kommen aus der Region, wenngleich durch Zölle aufgeblähte Midwest-Prämien das kurzfristige Preisanstiegspotenzial dämpfen.

Markt bereits im Defizit

Die Unterbrechung trifft einen Markt, der sich ohnehin in einer angespannten Lage befindet. ING Research hatte bereits vor der Eskalation des Konflikts für 2026 ein Versorgungsdefizit von rund 600.000 Tonnen prognostiziert. Chinas Kapazitätsobergrenze, globale Handelsverwerfungen sowie die bevorstehende Schließung der Mozal-Schmelzhütte belasten das Angebot zusätzlich.

Am Dienstag stiegen die Metallbestellungen aus LME-Lagern auf den höchsten Stand seit September, wobei der Fokus auf malaysischem Material lag. ING Research bewertet das Risikoprofil für Aluminium derzeit als überwiegend aufwärtsgerichtet – sofern die Störungen in der Straße von Hormus anhalten. Das Hauptrisiko nach unten bleibt die Nachfrage: Ein lang anhaltender Konflikt könnte die industrielle Aktivität bremsen und eine Nachfragezerstörung auslösen.

Ob die aktuelle Preisbewegung eine kurzfristige Spitze oder eine strukturelle Verschiebung darstellt, wird maßgeblich davon abhängen, wie lange die Meerenge beeinträchtigt bleibt.

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