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Grünes Licht aus Brüssel: 35 Milliarden für neue Gaskraftwerke in Deutschland

Die EU-Kommission hat die staatliche Förderung neuer Gaskraftwerke in Deutschland mit bis zu 35 Milliarden Euro genehmigt, finanziert über eine Umlage ab 2031. Für Anleger ergeben sich Chancen bei Kraftwerksbetreibern, Wasserstofftechnologie und Netzinfra

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Grünes Licht aus Brüssel: 35 Milliarden für neue Gaskraftwerke in Deutschland

Die Europäische Kommission hat einer der umfangreichsten Investitionen in die heimische Stromversorgung der vergangenen Jahrzehnte zugestimmt. Deutschland darf den Bau neuer Gaskraftwerke mit staatlichen Mitteln in Höhe von bis zu 35 Milliarden Euro unterstützen. Die Brüsseler Wettbewerbsbehörde erteilte die Genehmigung unter der Maßgabe, dass die Fördermaßnahme der Versorgungssicherheit dient und die Summe den tatsächlichen Erfordernissen entspricht.

Die Gegenfinanzierung läuft über eine zusätzliche Abgabe, die ab 2031 von sämtlichen Stromverbrauchern zu entrichten ist. Wie stark die Stromkosten infolgedessen anziehen werden, bleibt vorerst ungewiss. Fest steht jedoch: Die Belastungen werden an die Endkunden weitergegeben.

Warum die Kraftwerksoffensive nötig ist

Das Bundeswirtschaftsministerium plant, noch in diesem Monat die Ausschreibung der neuen Anlagen zu starten. Betreiber von Kraftwerken können sich dann um die Subventionen bewerben. Vorgesehen ist die Errichtung zahlreicher neuer Gaskraftwerke in den kommenden fünf Jahren – ein Vorhaben, das politisch bereits beschlossen war und nun auch auf europäischer Ebene abgesegnet ist.

Die neuen Anlagen werden zunächst mit Erdgas befeuert, wobei klimaschädliches CO₂ freigesetzt wird. Allerdings ist die Umstellung auf Wasserstoff bereits fest eingeplant: Ab 2045 sollen die Kraftwerke klimaneutral arbeiten. Dazu werden sie bereits bei der Konstruktion auf den Betrieb mit Wasserstoff ausgelegt.

Ein Kapazitätsmarkt entsteht

Die Gaskraftwerke sollen künftig dann einspringen, wenn Wind- und Solarenergie nicht genügend Strom liefern. Sie fungieren als Brückentechnologie für die sogenannte Dunkelflaute – jene Zeitspannen, in denen die erneuerbaren Energien kaum Leistung erbringen. Ab 2032 ist dafür ein Kapazitätsmarkt vorgesehen. Das bedeutet: Kraftwerksbetreiber erhalten eine Vergütung dafür, dass sie Kapazitäten bereithalten, die im Regelbetrieb gar nicht benötigt werden.

Parallel zum Bau der Gaskraftwerke forciert die Bundesregierung weiterhin den Ausbau der erneuerbaren Energien. Bis 2030 sollen mindestens 80 Prozent des deutschen Stroms aus Wind, Sonne und anderen regenerativen Quellen stammen. Der Kohleausstieg in der Stromerzeugung ist für 2038 geplant.

Chancen für Rohstoff- und Energieanleger

Aus Investorensicht ergeben sich aus dem Beschluss mehrere spannende Perspektiven. Die Förderung von bis zu 35 Milliarden Euro sichert über Jahre hinweg kalkulierbare Erlöse für Kraftwerksbetreiber und Zulieferer. Unternehmen, die im Bereich Gaskraftwerke, Wasserstofftechnologie und Netzinfrastruktur aktiv sind, könnten von den Ausschreibungen profitieren. Zugleich bleibt die Frage nach den langfristigen Strompreisen und der Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland offen.

Die EU-Kommission hat mit ihrer Zustimmung ein deutliches Signal gesetzt: Die Versorgungssicherheit genießt Vorrang, auch wenn dafür vorübergehend fossile Brennstoffe zum Einsatz kommen. Der Zeitplan ist ehrgeizig – die ersten Kraftwerke sollen bereits in den kommenden Jahren ans Netz gehen.

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