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Indien beschränkt Silberimporte zur Stützung der Rupie

Mit sofortiger Wirkung stuft Indien Silberbarren und halbverarbeitetes Silber als beschränkte Einfuhren ein – über 90% der Importe betroffen.

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Indien beschränkt Silberimporte zur Stützung der Rupie

Indien hat den Import von Silberbarren mit einem Reinheitsgrad von 99,9% sowie alle halbverarbeiteten Formen von Silber mit sofortiger Wirkung in die Kategorie der beschränkten Einfuhren eingestuft. Auf diese beiden Kategorien entfielen im vergangenen Geschäftsjahr mehr als 90% der gesamten Silberimporte des Landes. Ziel der Maßnahme ist es, die Importkosten zu senken und den Druck auf die indische Rupie zu mildern.

Die Entscheidung folgt einer weiteren handelspolitischen Maßnahme vom Beginn dieser Woche: Indien hatte die Einfuhrzölle auf Gold und Silber von 6% auf 15% angehoben. Hintergrund sind gestiegene Ölpreise, die die Devisenreserven des Landes belasten. Die Regierung versucht damit, Auslandskäufe der Edelmetalle deutlich zu reduzieren.

Rekordimporte als Auslöser

Im Geschäftsjahr 2025/26, das im März endete, gab Indien eine Rekordsumme von 12 Milliarden US-Dollar für Silberimporte aus – mehr als doppelt so viel wie die 4,8 Milliarden US-Dollar im Vorjahr. Allein im April 2026 stiegen die Silberimporte laut Daten des indischen Handelsministeriums im Jahresvergleich um 157% auf 411 Millionen US-Dollar. Dieser sprunghafte Anstieg dürfte die Regierung zum Handeln bewogen haben.

Indien deckt mehr als 80% seines Silberbedarfs durch Importe. Das Metall wird im Land für Schmuck, Münzen, Barren sowie für industrielle Anwendungen in den Bereichen Solarenergie und Elektronik genutzt. Im vergangenen Jahr trieben vor allem Anlagekäufe die Nachfrage an – die Zuflüsse in Silber-ETFs erreichten ein Rekordhoch. Die wichtigsten Lieferländer sind die Vereinigten Arabischen Emirate, Großbritannien und China.

Aufschläge auf dem lokalen Markt erwartet

Marktexperten rechnen damit, dass die Beschränkungen das inländische Angebot verknappen und die Preisaufschläge auf dem lokalen Markt erhöhen werden. „Dieser Schritt wird die Importe reduzieren und das Angebot auf dem lokalen Markt verknappen", sagte Chirag Thakkar, Chief Executive der Amrapali Group Gujarat, einem führenden Silberimporteur. „Silber wurde mit einem Abschlag gehandelt, nachdem die Regierung die Einfuhrzölle erhöht hatte, aber es ist wahrscheinlich, dass es in den kommenden Wochen beginnen wird, mit einem Aufschlag gehandelt zu werden."

Ein in Mumbai ansässiger Edelmetallhändler einer Privatbank ergänzte: „Es scheint, dass die Regierung begrenzte Silberimporte für die industrielle Nutzung zulassen wird, während sie kurzfristig Importe für Anlageprodukte erschwert." Dies deutet darauf hin, dass die Maßnahme gezielt auf den spekulativen und anlagegetriebenen Teil der Nachfrage abzielt, während die Versorgung der Industrie weiterhin gewährleistet bleiben soll.

Mögliche Auswirkungen auf den Weltmarkt

Die Beschränkungen könnten auch den globalen Silbermarkt beeinflussen. Da Indien mehr als 80% seines Verbrauchs importiert und zuletzt zu einem der größten Abnehmer weltweit geworden ist, könnte eine geringere indische Nachfrage den internationalen Silberpreis unter Druck setzen. Für deutsche und europäische Anleger, die in Silber investiert sind oder dies planen, ist die Entwicklung in Indien daher ein wichtiger Faktor für die Preisfindung am Weltmarkt.

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