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Iran sucht begrenztes Abkommen mit USA für wirtschaftliche Entlastung

Teheran drängt auf ein Interimsabkommen, um wirtschaftlichen Druck zu mildern – ohne weitreichende Zugeständnisse beim Atomprogramm zu machen.

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Iran sucht begrenztes Abkommen mit USA für wirtschaftliche Entlastung

Der Iran strebt nach Informationen von Insidern und Analysten ein begrenztes Interimsabkommen mit den Vereinigten Staaten an. Ziel ist es, den wachsenden wirtschaftlichen Druck zu mildern und die innenpolitische Lage zu stabilisieren – ohne dabei unumkehrbare Kompromisse beim Atomprogramm einzugehen. Drei iranische Quellen aus dem Umfeld der Entscheidungsträger bestätigen diesen Ansatz gegenüber Reuters.

Das diplomatische Manöver folgt auf Wochen der Eskalation, nachdem US-israelische Angriffe Ende Februar in einen breiteren regionalen Konflikt mündeten. Iranische Angriffe im Golf verschärften die Sorgen um die Sicherheit der Straße von Hormus – einem Nadelöhr für etwa ein Fünftel des weltweiten Angebots an Erdöl und Flüssigerdgas. Trotz eines brüchigen Waffenstillstands Anfang April hat sich der Konflikt zu einem Patt verfestigt.

Eine US-Blockade iranischer Häfen und der Zugriff Teherans auf die Meerenge haben den gegenseitigen Druck aufrechterhalten. Die wirtschaftlichen Kosten sind dadurch in die Höhe getrieben worden, während das Risiko erneuter Kämpfe ungelöst bleibt.

Interimsabkommen statt umfassender Einigung

Vor diesem Hintergrund haben beide Seiten ihre Erwartungen an eine umfassende Einigung gesenkt. Stattdessen prüfen sie ein sogenanntes vorläufiges Memorandum – faktisch ein Interimsabkommen –, das eine Rückkehr zu offenem Konflikt verhindern soll, während die Kernstreitigkeiten über iranische Nuklearaktivitäten vertagt werden. Fragen zur Anreicherungskapazität und zu Teherans Vorrat an hochangereichertem Uran – einschließlich auf 60 Prozent angereichertem Material – blieben dabei ungeklärt.

Für Teheran ist eine solche Vereinbarung in erster Linie ein Mittel, um militärischen und wirtschaftlichen Druck in Liquidität, Atempause und Deeskalation umzuwandeln. Der Iran strebt konkret an: ein Ende der Feindseligkeiten an allen Fronten einschließlich des Libanon, Zugang zu Öleinnahmen in Milliardenhöhe, Ausnahmegenehmigungen für Rohölexporte, eine Aufhebung der US-Hafenblockade sowie den Fortbestand seines Einflusses auf die Meerenge.

Alex Vatanka, Senior Fellow am Middle East Institute in Washington, erklärt das Kalkül Teherans: „Die iranische Führung versteht, dass die Zeit nicht unbedingt auf ihrer Seite ist. Ihr Kalkül scheint zu sein, dass ein Dialog, selbst ein begrenzter, besser ist als der Eintritt in eine zeitlich unbegrenzte Phase wirtschaftlicher Zermürbung und Unsicherheit, die allmählich ihre Fähigkeit schwächen könnte, im Inland zu regieren und im Ausland Einfluss auszuüben."

Innenpolitischer Druck auf beiden Seiten

Auch US-Präsident Donald Trump steht unter erheblichem Druck. Er muss die Straße von Hormus wieder öffnen und die US-Kraftstoffpreise senken, während er gleichzeitig Kritik von Iran-Hardlinern in seiner eigenen Republikanischen Partei wegen möglicher Zugeständnisse an Teheran abwehren muss.

Die iranische Führung sieht sich ihrerseits massivem innenpolitischen Druck ausgesetzt. Jahrelange Sanktionen, wirtschaftliche Misswirtschaft und Konflikte haben Inflation, Währungsverfall und einen drastischen Rückgang des Lebensstandards verursacht. Im Januar töteten das iranische klerikale Establishment und die Revolutionsgarden Tausende bei der Niederschlagung landesweiter Proteste, die durch wirtschaftliche Not ausgelöst worden waren.

Kurzfristige Finanzzuflüsse sind daher entscheidend für Teherans Interesse an einem vorläufigen Abkommen. Sie könnten die Wirtschaft am Laufen halten, den unmittelbaren Druck lindern und ein Wiederaufflammen von Unruhen verhindern, so die Quellen.

Straße von Hormus als strategisches Dauerpfand

Hamidreza Azizi, Gastwissenschaftler an der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin, sieht in einem Memorandum auch eine Antwort auf langfristige Systemrisiken: „Durch die Beendigung des Konflikts, die Verringerung der wirtschaftlichen Belastung, die Aufhebung des militärischen Drucks der USA um den Iran herum und die Schaffung von Raum für den Wiederaufbau könnte ein MoU dazu beitragen, eine allmähliche Erosion der staatlichen Kapazitäten und der Regierungsführung zu verhindern."

Die Straße von Hormus bleibt dabei das zentrale Druckmittel Teherans. Innerhalb des klerikalen Establishments wird sie zunehmend weniger als Verhandlungsmasse denn als dauerhaftes strategisches Gut betrachtet. Eine Quelle fasst die iranische Sichtweise pointiert zusammen: „Mit dem Beginn des Krieges hat Trump dem Iran das Geschenk der Kontrolle über die Meerenge gemacht." Ein begrenztes Abkommen würde faktisch die Bedingungen von vor dem Krieg wiederherstellen – ohne den Iran zu zwingen, den Forderungen Washingtons nachzugeben.

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