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Kampf um Koreas Zinkriesen spitzt sich zu

Familienstreit bedroht Versorgungskette und Unternehmensstrategie

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Kampf um Koreas Zinkriesen spitzt sich zu

Korea Zinc, der weltweit größte Hersteller von raffiniertem Zink, ist in einen erbitterten Familienstreit um die Kontrolle des 12-Milliarden-Dollar-Zinkimperiums verwickelt. Die Auseinandersetzung zwischen den Gründungsfamilien droht, die Versorgungskette zu beeinträchtigen. Die Bedeutung dieses Konflikts reicht weit über die Unternehmensgrenzen hinaus, da Korea Zinc eine zentrale Rolle bei den Bestrebungen der USA spielt, die Abhängigkeit von China bei wichtigen Metallen und Materialien zu reduzieren.

Die Kontrahenten im Übernahmekampf sind die Familien Chang und Choi, die das Unternehmen in den 1970er Jahren gemeinsam gegründet haben, sowie verschiedene Private-Equity-Firmen. Die Chang-Familie, die das Schwesterunternehmen Young Poong leitet, arbeitet mit der Private-Equity-Firma MBK Partners zusammen und legte im September ein Übernahmeangebot in Höhe von 1,7 Milliarden Dollar vor. Die Choi-Familie wiederum hat sich mit Bain Capital verbündet, um diese Übernahme zu verhindern.

Young Poong, der größte Aktionär von Korea Zinc, betreibt eine Zinkhütte in Seokpo, Südkorea, die jährlich 400.000 Tonnen Zink produziert und zu den sechs größten der Welt zählt. Neben dem Zinkgeschäft ist Young Poong in Südkorea auch für seine Buchhandelsketten bekannt. Das Unternehmen erzielt den Großteil seiner Einnahmen aus dem Verkauf von Komponenten für Smartphones und andere elektronische Geräte. MBK Partners, ein auf Nordasien fokussierter Private-Equity-Investor, verwaltet über 30 Milliarden Dollar und ist bekannt für Deals in Südkorea, Japan und China.

Korea Zinc und Young Poong decken zusammen über 85 % des südkoreanischen Zinkbedarfs, vor allem zur Stahlveredelung in der Automobil- und Bauindustrie. Zwar ist Korea Zinc weltweit führend bei raffiniertem Zink, doch China dominiert die globale Zinkproduktion. In den letzten Jahren hat Korea Zinc strategische Partnerschaften mit Unternehmen wie LG Chem und Hyundai Motor geschlossen, um Batteriematerialien zu produzieren und so die Abhängigkeit von China zu verringern. Zudem liefert Korea Zinc Schwefelsäure an Halbleiterunternehmen wie Samsung Electronics.

Die Wurzeln des aktuellen Konflikts reichen in die späten 2010er Jahre zurück, als Young Poong seine Anteile an Korea Zinc erhöhte, um die Unternehmensstruktur zu reorganisieren und die Beteiligung der Chang-Familie zu stärken. 2019 übernahm Yun B. Choi, ein Mitglied der dritten Generation der Choi-Familie, die Führung von Korea Zinc und begann, das Geschäftsfeld auf Batteriematerialien, Wasserstoff und erneuerbare Energien auszuweiten. Dieser Expansionskurs stieß auf Kritik bei Young Poong und führte zu Spannungen, die 2024 eskalierten, als Korea Zinc ankündigte, keine Schwefelsäure mehr vom Seokpo-Werk von Young Poong zu verarbeiten.

Der Konflikt verschärft sich weiter durch unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklungen: Während Korea Zinc in den letzten 98 Quartalen ununterbrochen Gewinne erwirtschaftete, ist Young Poong ein verlustreiches Unternehmen. Zusätzlich geriet Young Poong in die Schlagzeilen, als der CEO in diesem Jahr wegen sicherheitsrelevanter Todesfälle im Seokpo-Werk verhaftet und angeklagt wurde. Zudem läuft ein Verfahren zur Annullierung einer Umweltauflage, die eine zweimonatige Schließung der Zinkhütte zur Folge haben könnte.

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