Lithium Universe bescheinigt Brownsville-Raffinerie solide Ökonomie trotz schwacher Marktlage
Lithium Universe hat eine Vorstudie zur Brownsville-Raffinerie in Texas veröffentlicht, die dem Projekt auch unter schwachen Marktbedingungen eine robuste Wirtschaftlichkeit bescheinigt. Für Rohstoff-Anleger zeigt das Vorhaben, wie sich Lithium-Umwandlung

Lithium Universe hat die Resultate einer Vorstudie (Prefeasibility Study, PFS) zur geplanten Brownsville Lithium Carbonate Refinery im US-Bundesstaat Texas veröffentlicht. Die Untersuchung attestiert dem Lithium-Umwandlungsprojekt eine robuste ökonomische Tragfähigkeit – und das trotz eines im Branchenvergleich schwachen Preisumfelds.
Das an der australischen Börse ASX notierte Unternehmen legt der PFS langfristige Preisprognosen von 1.170 US-Dollar je Tonne für SC6-Spodumenkonzentrat und 20.970 US-Dollar je Tonne für Lithiumcarbonat in Batteriequalität zugrunde. Auf dieser Kalkulation errechnet sich ein Vorsteuer-Barwert (NPV) von 787 Millionen US-Dollar sowie ein interner Zinsfuß (IRR) von 21 Prozent. Die Kapitalrückflussdauer beträgt 3,9 Jahre.
Die zentralen Finanzkennziffern
Die geplante Anlage benötigt Investitionen in Höhe von 607 Millionen US-Dollar. Ausgelegt ist sie auf eine jährliche Produktionskapazität von 18.270 Tonnen Lithiumcarbonat in Batteriequalität. Die operativen Kosten liegen bei 3.566 US-Dollar pro Tonne. Daraus resultieren jährliche EBITDA-Erträge von 161 Millionen US-Dollar.
Das Management von Lithium Universe hebt hervor, dass das Brownsville-Vorhaben die bestehende Lücke bei der Lithium-Umwandlung in Nordamerika schließen könne. Ziel sei es, heimische Produktionskapazitäten für Lithiumchemikalien aufzubauen, die von der steigenden Nachfrage aus den Bereichen Elektromobilität und Batteriespeicher profitieren sollen. Unterstützt wird die Herstellung von Lithiumchemikalien in Nordamerika zudem durch die zunehmende Erschließung regionaler Lithiumvorkommen. Bewährte Verfahrenstechnik senkt Risiken
Das Unternehmen setzt auf erprobte Lithium-Umwandlungstechnologie sowie operative Erfahrungswerte aus dem Jiangsu-Projekt. Auf diese Weise sollen technische und realisierungsbezogene Risiken reduziert werden. Lithium Universe bezeichnet Brownsville als praxisnahe Antwort auf die typischen Schwierigkeiten beim Hochfahren einer Lithiumraffinerie. Statt unerprobter Verfahren kommen etablierte Techniken zum Einsatz. Die Raffinerie ist modular und überschaubar konzipiert, um die betriebliche Komplexität niedrig zu halten.
Die weiteren Projektetappen
Für die kommende Zeit hat Lithium Universe mehrere konkrete Etappenziele festgelegt. Das Unternehmen wird sich auf die Fertigstellung einer Machbarkeitsstudie (Definitive Feasibility Study, DFS) konzentrieren und mit detaillierten Ingenieursarbeiten beginnen. Parallel dazu soll der vorgesehene Standort über langfristige Leasingverträge mit dem Hafen von Brownsville gesichert werden. Auch Genehmigungsverfahren, Umweltverträglichkeitsprüfungen und Standortuntersuchungen stehen auf dem Programm. Hinzu kommen langfristige Abnahmevereinbarungen für Spodumen, unter anderem mit Lieferanten aus Brasilien und Afrika. Schließlich will das Unternehmen strategische Gespräche über Finanzierungen und Partnerschaften vorantreiben.
Einordnung: Bécancour als Vorzeigeprojekt
Zum Verständnis der Unternehmensstrategie: Die Bécancour-Raffinerie in Québec ist das am weitesten fortgeschrittene Vorzeigeprojekt von Lithium Universe mit bereits abgeschlossener DFS. Die Brownsville-Raffinerie in Texas ist ein ergänzendes Sekundärprojekt in einer frühen Phase, das als direkte Kopie des kanadischen Werks angelegt ist.
Die DFS für Bécancour entstand Ende 2024 und Anfang 2025 – zu einem Zeitpunkt, als die Lithiumbranche den Tiefpunkt einer deutlichen konjunkturellen Schwächephase durchlief. Die Preise für Lithiumcarbonat in Batteriequalität waren infolge globaler Überkapazitäten, hoher Lagerbestände, verzögerter Käufe sowie Förder- und Verarbeitungskürzungen auf Werte zwischen 10.000 und 11.000 US-Dollar pro Tonne gesunken.
Erholte Lithiumnotierungen verbessern die Aussichten
Seither haben sich die Lithiumpreise auf Niveaus oberhalb von 25.000 US-Dollar pro Tonne erholt. Dies deutet auf ein deutlich günstigeres Preisumfeld für Lithiumproduzenten und nachgelagerte Veredler hin. Da Lithium Universe für die Brownsville-PFS und die Bécancour-DFS niedrige Preisannahmen zugrunde gelegt hat, könnten höhere Lithiumcarbonatnotierungen die operativen Margen, die Cashflow-Generierung und die gesamtwirtschaftliche Tragfähigkeit beider Projekte erheblich verbessern.
Aus Sicht von Rohstoff-Anlegern ist das Vorhaben interessant, weil es aufzeigt, wie sich Lithium-Umwandlungskapazitäten außerhalb des chinesischen Marktes aufbauen lassen. Die strategische Positionierung in Texas mit Zugang zum Hafen von Brownsville sowie der Einsatz bewährter Technologie könnten dem Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil in der nordamerikanischen Lieferkette für Batteriematerialien verschaffen.
