UBS-Analyse: Rohstoffe als Stabilitätsanker bei Inflation und Krisen
Die UBS empfiehlt eine breitere Rohstoffexposition in Depots, da Inflation, geopolitische Risiken und strukturelle Nachfrage nach Energie und Metallen für Rohstoffe sprechen. Gold bleibe ein strategischer Diversifikator, doch Anleger sollten Gewinne teilw

Rohstoffwerte könnten in durchmischten Depots künftig an Bedeutung gewinnen, denn Investoren sehen sich erneut mit Inflationsgefahren, geopolitischen Spannungen sowie einem strukturellen Bedarf an Energie und Industrierohstoffen konfrontiert. Zu diesem Ergebnis gelangt die UBS in einer aktuellen Untersuchung.
Die Großbank vertritt die Auffassung, dass eine breit gestreute Rohstoffallokation sowohl zur Risikostreuung beitragen als auch frische Ertragschancen eröffnen kann. Obwohl Gold sich als beliebter Portfolio-Schutz etabliert hat, empfiehlt die UBS den Marktteilnehmern, über das klassische Sicherheitsinvestment hinauszuschauen.
Rohstoffe erlauben den Zugang zu Segmenten der Weltwirtschaft, die in heimischen Aktienmärkten häufig unterrepräsentiert sind. Zugleich können sie möglicherweise dazu beitragen, Depots vor Erschütterungen zu bewahren, die Aktien und Anleihen belasten.
Mehrere Faktoren sprechen für Rohstoffe
Die UBS gab an, dass die Gründe für eine umfassendere Rohstoffexposition aus verschiedenen Motiven gestärkt wurden. Gold legte im August um rund zehn Prozent zu, was Anlegern mit erheblichen Gewinnen die Chance bot, Teile davon zu realisieren und in andere Rohstoffbereiche umzuschichten.
Parallel dazu haben die erneuten Konflikte im Nahen Osten die Gefahr von Versorgungsunterbrechungen bei Energieträgern vergrößert. Eine stärker als prognostizierte Ölnachfrage könnte das Engagement in Rohöl auf längere Sicht untermauern.
Auch Industriemetalle erhalten strukturellen Rückenwind durch die Elektrifizierung, eine wachsende Stromnachfrage sowie Investitionen in KI-Infrastruktur. Die UBS betonte, dass der Bedarf aus diesen Feldern zunimmt, während das Angebot auf zahlreichen Rohstoffmärkten kaum Schritt halten kann.
Sinkende Korrelation als Streuungsvorteil
Das Diversifikationsargument sticht besonders hervor. Eine Untersuchung der UBS zu Aktien aus entwickelten Volkswirtschaften und Rohstoffen zeigte, dass ihre Korrelation sowohl über drei- als auch sechsmonatige Zeiträume im vergangenen Jahr zurückgegangen ist.
Vereinfacht gesagt: Rohstoffe haben vermehrt die Neigung gezeigt, zu steigen, wenn Aktien fallen. Dies könnte potenziell dazu beitragen, Depots in Zeiten von Marktverwerfungen abzufedern.
Das Chief Investment Office der UBS präferiert gegenwärtig eine mittlere bis hohe einstellige Rohstoffallokation innerhalb eines diversifizierten Portfolios. Diese Größenordnung könne eine bedeutsame Risikostreuung bieten, ohne übermäßige Risiken einzugehen.
Die passende Allokation hängt von den Zielen des Anlegers, seiner Risikobereitschaft und seiner Markterwartung ab. Ein regelmäßiges Rebalancing ist erforderlich, da sich die Rahmenbedingungen verändern.
Gold bleibt strategischer Diversifikator
Gold bleibt aus Sicht der UBS ein strategisches Streuungsinstrument, gestützt durch die Nachfrage der Zentralbanken, die anhaltende Abkehr vom US-Dollar sowie Sorgen um die globale Verschuldung. Das Institut zeigt sich für die kommenden zwölf Monate optimistisch gegenüber Gold.
Allerdings rät die UBS Anlegern mit substanziellen Gewinnen, einen Teil ihrer Goldposition in andere Rohstoffe umzuschichten. Der Preis dafür ist eine höhere Volatilität.
Die UBS erklärte, dass Rohstoffe tendenziell die beste Performance zeigen, wenn Angebots-Nachfrage-Ungleichgewichte oder makroökonomische Gefahren wie Inflation und geopolitische Schocks zunehmen. Dies bedeutet, dass die Erträge stark schwanken können, wenn sich diese Einflussfaktoren verändern.
Europäische Aktienindizes mit geringer Rohstoffgewichtung
Die UBS wies zudem darauf hin, dass breite europäische Aktienindizes wie der MSCI EMU lediglich rund acht Prozent Exposition in Energie und Rohstoffe aufweisen. Finanzwerte hingegen machen etwa ein Viertel der Marktkapitalisierung des Indexes aus.
Für Privatanleger in Deutschland ist dies ein bedeutsamer Hinweis: Wer über klassische Aktien-ETFs in europäische Indizes investiert, ist automatisch untergewichtet in Rohstofftiteln. Eine gezielte Beimischung von Rohstoffen könnte daher die Depot-Diversifikation verbessern und gleichzeitig Schutz vor Inflations- und geopolitischen Risiken bieten.
