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US-Bohraktivität und Hormus-Diplomatie setzen Ölpreise unter Druck

Steigende US-Bohraktivität und diplomatische Fortschritte in der Straße von Hormus drückten am Freitag die Ölpreise, während die IEA ihre Angebots- und Nachfrageprognosen kriegsbedingt nach unten korrigierte.

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US-Bohraktivität und Hormus-Diplomatie setzen Ölpreise unter Druck

Die Rohölnotierungen gaben am Freitag nach. Ausschlaggebend waren eine gestiegene Bohrtätigkeit in den Vereinigten Staaten sowie erkennbare Annäherungen bei den diplomatischen Bemühungen um die Schifffahrtssituation in der strategisch bedeutsamen Straße von Hormus. Dies ließ die zuletzt stark gestiegenen Befürchtungen hinsichtlich der weltweiten Versorgungssicherheit etwas abklingen.

Der Ölservice-Konzern Baker Hughes veröffentlichte am Freitag die aktuellen Bohrdaten. Demnach erhöhte sich die Zahl der aktiven Ölbohrplattformen in den USA um eine Einheit auf insgesamt 450. Diese Kennzahl gilt als bedeutender Frühindikator für die künftige Fördermenge der weltweit größten Volkswirtschaft.

Golfstaaten treiben Vermittlung voran

Unterdessen berichtete die Financial Times, dass die Außenminister der Golfstaaten ein Zusammentreffen mit ihren iranischen Kollegen anstreben. Oman und der Iran arbeiten demnach daran, Rückhalt für ein zeitlich befristetes Schifffahrtsabkommen durch die Straße von Hormus zu gewinnen. Diese Meerenge zählt zu den bedeutendsten Transportwegen für den globalen Ölhandel.

Ungeachtet dieser ermutigenden Entwicklungen bestehen weiterhin erhebliche Gefahren für die Versorgungslage. Die mit dem Iran verbündeten jemenitischen Huthi-Rebellen erreichten am Freitag die strategisch wichtige Insel Perim in der Bab-el-Mandeb-Straße. Damit bauen sie ihren Einfluss auf eine weitere zentrale Schifffahrtsroute im Rahmen des anhaltenden Iran-Konflikts weiter aus.

IEA korrigiert Angebots- und Nachfrageprognosen nach unten

Die Internationale Energieagentur (IEA) gab am Freitag ihre Einschätzung bekannt, dass das globale Ölangebot und die Nachfrage im laufenden Jahr kriegsbedingt stärker sinken werden als zuvor angenommen. Für 2026 prognostiziert die Agentur einen Rückgang des weltweiten Ölangebots um 5,7 Millionen Barrel pro Tag – das entspricht einem Minus von etwa sechs Prozent.

Auch Chevron-Konzernchef Mike Wirth äußerte sich am Freitag besorgt über die Perspektiven. Er wies darauf hin, dass die strategischen Ölreserven, die zu Kriegsbeginn die Rohölpreisanstiege noch abfedern konnten, mittlerweile erschöpft seien. Der Konflikt könne die Notierungen in den nächsten Monaten weiter in die Höhe treiben, so Wirth.

Kursbewegungen im Überblick

Leichter Louisiana Sweet zur Lieferung im Oktober verbilligte sich um 50 Cent auf einen durchschnittlichen Aufschlag von 6,00 Dollar. Die Sorte notierte mit einem Premium von 5,50 bis 6,50 Dollar pro Barrel gegenüber den US-Rohöl-Futures.

Die aktuelle Lage präsentiert sich zweigeteilt: Auf der einen Seite sorgen die zunehmenden US-Bohrungen und die diplomatischen Fortschritte für Entlastung an den Märkten. Auf der anderen Seite bleiben die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten auf hohem Niveau, und die strategischen Ölreserven sind laut Expertenmeinung weitgehend aufgebraucht. Für Rohstoff-Anleger empfiehlt es sich, die Verhandlungen zur Straße von Hormus sowie die US-Bohrdaten weiterhin aufmerksam zu verfolgen.

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