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US-iranischer Konflikt treibt Rohöl: Brent-Rohöl steuert auf 120 Dollar zu

Die militärische Eskalation zwischen den USA und dem Iran hat die Ölpreise am Mittwoch deutlich steigen lassen; Goldman Sachs hält einen Anstieg des Brent-Preises auf über 120 Dollar pro Barrel für zunehmend wahrscheinlich.

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US-iranischer Konflikt treibt Rohöl: Brent-Rohöl steuert auf 120 Dollar zu

Die Rohölnotierungen legten am Mittwoch kräftig zu, ausgelöst durch eine weitere Zuspitzung der militärischen Lage zwischen Washington und Teheran. Als Vergeltungsmaßnahme zerstörten Einheiten der US-Streitkräfte fünf iranische Rohöltanker, die zuvor ein amerikanisches Marineschiff attackiert hatten. Laut Einschätzung der Experten von Goldman Sachs ist das Risiko gestiegen, dass der Preis für Brent-Rohöl die Schwelle von 120 Dollar je Barrel überschreiten könnte.

Die US-amerikanische Referenzsorte WTI zur Oktober-Lieferung verteuerte sich um 1,75 Prozent und notierte bei 94,66 Dollar je Barrel. Die global richtungsweisende Sorte Brent-Rohöl gewann 1,55 Prozent hinzu und kostete 99,44 Dollar pro Barrel. Damit rückt der Brent-Preis abermals in die Nähe der psychologisch bedeutsamen 100-Dollar-Marke.

Ursachen der Konfliktverschärfung

Am Dienstag zerstörte das amerikanische Militär fünf iranische Rohöltanker. Wie das US-Zentralkommando (Centcom) mitteilte, handelte es sich dabei um eine Vergeltungsaktion für Attacken auf ein US-Kriegsschiff. Die amerikanische Marineeinheit habe die iranischen Angriffe erfolgreich abwehren können, Verletzte unter den US-Soldaten habe es nicht gegeben, so die offizielle Stellungnahme.

Zuvor hatte das US-Militär seine Operationen gegen den Iran rund einen Monat lang ausgesetzt. In dieser Zeit setzte Washington vorrangig auf wirtschaftlichen Druck gegen Teheran. Erst Ende des Vormonats wurden die militärischen Schläge wiederaufgenommen. Der Konflikt zwischen beiden Nationen dauert mittlerweile sieben Monate an.

Goldman Sachs prognostiziert Preisanstieg

Die jüngste Eskalation erhöhe die Wahrscheinlichkeit, dass die Rohölpreise infolge der zunehmenden Attacken auf die Seeschifffahrt auf über 120 Dollar je Barrel klettern könnten, erläuterte Daan Struyven, Co-Leiter der globalen Rohstoffforschung bei Goldman Sachs. Auf die Frage des Senders CNBC in der Sendung „Squawk Box Asia“, ob ein Ölpreis von 120 Dollar möglich sei, antwortete Struyven: „Das ist durchaus denkbar.“

Das Hauptszenario der US-Bank sehe weiterhin eine allmähliche Erholung der Exporte aus der Golfregion vor, während sich die Förderländer auf die Beeinträchtigungen einstellten – unter anderem durch alternative Schiffswege und später durch zusätzliche Pipeline-Kapazitäten. Die jüngste Eskalation habe jedoch die Eintrittswahrscheinlichkeit für ein bullischeres Szenario erhöht, bei dem die Ausfuhren in den kommenden Monaten nicht wieder an Dynamik gewinnen.

„Die Ereignisse der letzten Tage zeigen, dass dieses alternative Preisszenario mit Aufwärtspotenzial, bei dem die Exporte in den nächsten Monaten tatsächlich stagnieren und Brent die 120-Dollar-Marke überschreitet, an Wahrscheinlichkeit zunimmt, da wir eine Verstärkung und Ausweitung der Angriffe auf die Schifffahrt beobachten“, so Struyven.

Auswirkungen auf den deutschen Markt

Für die Bundesrepublik, die über keine nennenswerten eigenen Rohstoffvorkommen verfügt und in hohem Maße auf Erdölimporte angewiesen ist, haben steigende Ölpreise weitreichende Konsequenzen. Höhere Energieausgaben belasten sowohl die Endverbraucher an den Zapfsäulen als auch die gesamte Industrie. Sollte der Brent-Preis tatsächlich die Marke von 120 Dollar erreichen, wären spürbare Folgen für die Inflation und die Konjunktur in Europa zu erwarten.

Die Geschehnisse im Nahen Osten bleiben somit ein zentraler Treiber für die künftige Preisentwicklung an den Ölmärkten. Für Anleger in Rohstoffwerte gilt es, die geopolitischen Spannungen aufmerksam zu verfolgen, denn die derzeitige Eskalationsdynamik birgt erhebliches Aufwärtspotenzial für die Rohstoffmärkte.

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