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Gaspreis springt auf höchsten Stand seit Februar 2023

Der Iran-Konflikt treibt den europäischen Erdgaspreis um 30 Prozent nach oben – LNG-Lieferstopp aus Katar verschärft die Lage.

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Gaspreis springt auf höchsten Stand seit Februar 2023

Der Erdgaspreis an der Amsterdamer Börse hat am Dienstagmorgen einen Sprung auf 59,44 Euro je Megawattstunde (MWh) verzeichnet – das ist der höchste Stand seit Februar 2023. Der TTF-Terminkontrakt zur Lieferung in einem Monat verteuerte sich damit zeitweise um rund 30 Prozent gegenüber dem Vortag. Auslöser ist der eskalierte Konflikt im Nahen Osten und seine direkten Auswirkungen auf die globale Energieversorgung.

Seit Wochenbeginn liegen die LNG-Exporte aus Katar brach. Ein iranischer Drohnenangriff legte am Montag eine wichtige Exportanlage des Golfstaats lahm. Katar zählt zu den bedeutendsten Flüssigerdgas-Lieferanten weltweit, und der Ausfall trifft insbesondere asiatische Abnehmer hart. Diese suchen nun fieberhaft nach Ersatzlieferungen – ein Wettbewerb, der auch die europäischen Gaspreise nach oben zieht.

Straße von Hormus als kritisches Nadelöhr

Der Iran hat als Reaktion auf Angriffe der USA und Israels den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus eingeschränkt. Diese Meerenge ist eine der meistbefahrenen Energiehandelsrouten der Welt. Jede Behinderung dort wirkt sich unmittelbar auf die globalen Energiemärkte aus.

Seit Montag hat sich europäisches Erdgas damit um mehr als 80 Prozent verteuert. Zum Vergleich: Beim Ausbruch des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor rund vier Jahren kletterten die Notierungen in Amsterdam zwischenzeitlich auf über 300 Euro je MWh – der aktuelle Anstieg ist also trotz seiner Dramatik noch weit von diesem Extremniveau entfernt.

Verbraucher vorerst geschützt – aber wie lange?

Für Privatverbraucher bedeutet der aktuelle Preissprung nicht zwingend eine sofortige Mehrbelastung. Gasversorger sichern sich durch langfristige Beschaffungsstrategien ab und geben Börsenpreisanstiege weder sofort noch vollständig an ihre Kunden weiter. Kurzfristig sind Endverbraucher damit vor extremen Preisausschlägen geschützt.

Entscheidend für die weitere Entwicklung ist nach Einschätzung von Experten die Dauer des Konflikts im Nahen Osten. Erst bei einer länger anhaltenden Eskalation rechnen Analysten mit spürbaren gesamtwirtschaftlichen Folgen. Die USA haben zuletzt widersprüchliche Signale zur möglichen Dauer des Krieges gesendet – was die Unsicherheit an den Energiemärkten zusätzlich befeuert.

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