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Minen-Aktien vor Kursfeuerwerk

Steigende Goldpreise und hohe Gewinnmargen locken Anleger an

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Minen-Aktien vor Kursfeuerwerk

Das wachsende Sicherheitsbedürfnis vieler Anleger beflügelt Fonds für Minenwerte, die bereits rund 30 Prozent in diesem Jahr gewannen. Experten sehen die größten Wertgewinne jedoch noch bevor. An den Anlagemärkten deutet sich ein Favoritenwechsel an. Während bisher die Technologieaktien mit ihrer Rally alles überstrahlten, rangieren Produkte für Goldminenaktien inzwischen weit vorne. In den bisherigen Julitagen sprang der Nyse Arca Gold Bugs, ein Index für Goldminen, um 15 Prozent nach oben, was die Minenfonds in einer vorläufigen Jahresabrechnung mit geschätzt 30 Prozent Gewinn an die Spitze bringen würde.

Die Aktienkurse für Minenwerte sind getrieben vom weiteren Preisanstieg des Edelmetalls, das mittlerweile so teuer ist wie nie zuvor. Seit Mitte Februar ist der Goldpreis beschleunigt gestiegen, um etwa 25 Prozent. Joachim Berlenbach von Earth Resource Investments erklärt, dass die asiatischen Zentralbanken kaufen, auch wenn die chinesische gerade eine Pause macht. Die Inflation bleibt hoch, und das Metall ist wegen der geopolitischen Unsicherheiten gefragt. Einige Notenbanken streben zudem nach größerer Unabhängigkeit vom US-Dollar bei den Devisenreserven und als Handelswährung. Westliche Anleger sind an den Käufen bisher kaum beteiligt.

Die Aktienkurse von Goldminen reagieren auf Veränderungen des Goldpreises tendenziell stärker als der reine Metallpreis, da dessen Anstieg die Gewinne der Förderer überproportional treibt. Berlenbach erwartet deshalb einen dramatischen Effekt: „Wir schätzen, dass die Gewinnmargen im zweiten Quartal gegenüber dem ersten Vierteljahr von 18 auf 33 Prozent springen, sich also fast verdoppeln.“ Erich Meier vom spezialisierten Geldverwalter Konwave teilt diese Ansicht und erwartet, dass die Goldminenbranche in den nächsten Quartalen rund das Doppelte an freiem Cashflow gegenüber 2020 erwirtschaften wird.

Anleger seien darauf überhaupt nicht vorbereitet, da derzeit noch Aktien wie Nvidia im Vordergrund stehen und Rohstoffe out sind. Doch das werde sich ändern, so Berlenbach. Sein Rat: „Die Anleger sollten umschichten.“ Auch Meier rechnet mit einem Switch der Investoren: raus aus Tech-Aktien, rein in Goldwerte. Die anstehenden Veröffentlichungen der Quartalszahlen könnten dabei als Katalysator fungieren und die Aufmerksamkeit der Anleger erregen. Die größte Goldmine Newmont präsentiert ihre Zahlen am 24. Juli, Kinross Gold und Agnico Eagle Mines folgen am 31. Juli.

Berlenbach ist überzeugt, dass die Minenkurse einen Riesennachholbedarf haben. Das Verhältnis der Minenkurse zum Metallpreis sei an einem historischen Tief, die Aktien der Branche daher viel zu billig. „Da bereitet sich ein Kursfeuerwerk vor, mit den guten Ergebnissen der Minen werden dann auch die westlichen Investoren kaufen müssen“, so der Experte. Der Aktienmarkt für Goldminen ist extrem klein, selbst der größte Goldproduzent Newmont kommt nur auf einen Börsenwert von 55 Milliarden Dollar. In Deutschland werden lediglich 35 Strategien für Edelmetallaktien mit einem Gesamtkapital von zwölf Milliarden Euro angeboten.

Das Handelsblatt stellt vier ertragreiche Fonds für Goldaktien vor. Joachim Berlenbach, Fondsmanager der schweizerischen Earth Resource Investments, verlässt sich auf Minenentwickler wie die kanadische Lundin Gold und Dundee Precious Metals. Der Multipartner Sicav – Konwave Gold Equity Fund, geführt von Erich Meier, setzt auf kleinere Unternehmen wie Southern Cross und Reunion Gold. Der L&G Gold Mining Ucits ETF von Legal & General Investment Management konzentriert sich auf die größten Goldminen, während der DWS Invest Gold and Precious Metals Equities der Deutsche-Bank-Tochter DWS mittelgroße und kleine Goldminen bevorzugt.

GoldpreisInvestitionenAktienRohstoffe

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