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Portugal schnürt 2,3-Milliarden-Paket gegen Müllkrise

Portugal verabschiedet ein 2,3 Milliarden Euro schweres Investitionsprogramm gegen die Abfallkrise. Die Deponierungsquote von 59 Prozent soll bis 2035 auf das EU-Ziel von zehn Prozent sinken.

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Portugal schnürt 2,3-Milliarden-Paket gegen Müllkrise

Die portugiesische Regierung hat am Freitag ein Investitionsprogramm in Höhe von 2,3 Milliarden Euro (umgerechnet 2,67 Milliarden US-Dollar) auf den Weg gebracht, um die sich zuspitzende Abfallentsorgungskrise des Landes in den Griff zu bekommen. Das Vorhaben erstreckt sich bis zum Jahr 2030 und zielt auf ein Übel ab, das Kabinettsminister Antonio Leitao Amaro als eines der größten „versteckten Probleme“ Portugals beschrieb.

Ausschlaggebend für den Schritt ist die rapide schwindende Deponieverfügbarkeit. Wie Leitao Amaro erläuterte, sind 13 der insgesamt 32 Mülldeponien des Landes nahezu ausgelastet. Die Situation sei kritisch und verlange nach beherztem Gegensteuern.

„Es besteht sofortiger Handlungszwang, und wir müssen entschlossen vorgehen, denn in Portugal fehlt es an Kapazitäten zur Abfallbeseitigung“, erklärte der Minister. Die Regierung sieht dringenden Reformbedarf, um eine weitere Zuspitzung der Entsorgungsproblematik abzuwenden.

Deponiequote weit oberhalb der EU-Vorgaben

Offizielle Regierungszahlen verdeutlichen das Ausmaß der Misere: In Portugal fallen jährlich 5,3 Millionen Tonnen Siedlungsabfall an. Davon entfallen 59 Prozent auf die Deponierung. Diese Rate übersteigt sowohl die nationale Zielmarke als auch das EU-weite Ziel, den Deponieanteil bis 2035 auf lediglich zehn Prozent zu drücken.

Die portugiesische Abfallbranche muss daher grundlegend umgesteuert werden. Die übermäßige Ablagerung von Müll birgt nicht nur ökologische Risiken, sondern auch finanzielle, da die EU-Mitgliedstaaten zur Erfüllung der Kreislaufwirtschaftsziele verpflichtet sind.

Wohin die Investitionen fließen

Die veranschlagten Mittel von 2,3 Milliarden Euro verteilen sich auf verschiedene Kernbereiche. Ein Schwerpunkt ist der Ausbau getrennter Sammel- und Recyclingsysteme. Darüber hinaus sollen Anlagen zur Abfallbehandlung neu errichtet oder auf den neuesten Stand gebracht werden.

Auch die Verwertung von Bioabfällen rückt in den Fokus, die bislang häufig ungenutzt auf Deponien enden. Sämtliche Maßnahmen verfolgen das Ziel, die deponierten Abfallmengen drastisch zu verringern und die Kreislaufwirtschaft im Land zu forcieren.

Hürden auf dem Weg zur Transformation

Portugal muss innerhalb weniger Jahre eine grundlegende Neuausrichtung seiner Abfallwirtschaft bewältigen. Die Senkung der Deponierungsquote von heute 59 Prozent auf das EU-Ziel von zehn Prozent bis 2035 erfordert gewaltige Investitionen und tiefgreifende Strukturreformen.

Der nun beschlossene Plan stellt den ersten bedeutenden Schritt dar, um diese Kluft zu überbrücken. Ob die finanziellen Mittel ausreichen und die Maßnahmen rechtzeitig greifen, wird sich in den kommenden Jahren weisen. Mit dem Beschluss vom Freitag hat die portugiesische Regierung jedenfalls ein deutliches Zeichen gesetzt, dass sie die Lage ernst nimmt – ein Thema, das auch für Rohstoffanleger von Interesse sein dürfte, denn die steigende Nachfrage nach Recycling- und Abfallbehandlungsinfrastruktur könnte Minen- und Rohstoffmärkte indirekt beeinflussen.

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