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Straße von Hormus: Dauer der Störung entscheidet über Ölpreise

Der Nahostkonflikt trifft die globalen Energiemärkte – die OPEC+-Fördererhöhung bleibt dabei nahezu wirkungslos.

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Straße von Hormus: Dauer der Störung entscheidet über Ölpreise

Der Brent-Rohölpreis schoss am Montag um bis zu 13,6 Prozent auf ein 12-Monats-Hoch von 82,37 US-Dollar pro Barrel – ein deutliches Signal, dass die Märkte den eskalierende Nahostkonflikt ernst nehmen. Im frühen asiatischen Handel gab der Preis leicht auf 79,10 Dollar nach. Die Entscheidung der OPEC+ vom Sonntag, die Förderung um 206.000 Barrel pro Tag (bpd) zu erhöhen, konnte den Preissprung nicht verhindern.

Die acht OPEC+-Mitglieder, die freiwillige Produktionskürzungen vorgenommen hatten, erhöhten ihre Fördermenge damit stärker als erwartet – Analysten hatten im Vorfeld lediglich 137.000 bpd prognostiziert. Doch die Steigerung entspricht gerade einmal rund 0,2 Prozent der globalen Ölnachfrage. Angesichts eines eskalierenden Konflikts im Nahen Osten ist das kaum mehr als eine symbolische Geste.

Straße von Hormus faktisch gesperrt

Das eigentliche Problem liegt woanders: Die Straße von Hormus, durch die täglich rund 20 Millionen Barrel Rohöl und Ölprodukte transportiert werden, ist faktisch geschlossen. Reeder und Versicherer scheuen das Risiko, Schiffe durch die enge Meerenge zu schicken, solange der Großkonflikt andauert. Fast 20 Prozent des weltweiten Rohöl- und Produktangebots fließen normalerweise durch diese strategisch entscheidende Wasserstraße.

Positiv ist, dass der Iran bislang offenbar nicht aktiv versucht, die Meerenge zu blockieren. Das bedeutet: Sobald die Kampfhandlungen enden, könnten Tanker schnell wieder passieren und Versorgungsengpässe rasch gelindert werden. Auch LNG-Lieferungen aus Katar, die rund 20 Prozent des weltweiten Flüssigerdgasvolumens ausmachen, sind betroffen – sie müssen ebenfalls die Straße von Hormus passieren.

Israelische und US-amerikanische Bomben- und Raketenangriffe gegen den Iran sowie iranische Vergeltungsschläge gegen Golfstaaten – darunter zivile Ziele in den Vereinigten Arabischen Emiraten – sorgen für erhebliche Unsicherheit. Wie lange Teheran diese Angriffe aufrechterhalten kann und wie stabil die VAE bleiben, ist eine der zentralen offenen Fragen.

Gegengewichte: China und Indien passen sich an

Mehrere Faktoren könnten die Versorgungssorgen jedoch dämpfen. China, der weltweit größte Rohölimporteur, dürfte seine Einfuhren in den kommenden Monaten deutlich drosseln. Nach Schätzungen von LSEG Oil Research lagen die chinesischen Ölanlieferungen im Januar bei 11,61 Millionen bpd und im Februar voraussichtlich bei einem Rekordwert von 13,42 Millionen bpd. Angesichts des Preisanstiegs könnte China die Importmengen bis Mai und Juni um bis zu 2 Millionen bpd reduzieren.

Indien, Asiens zweitgrößter Rohölimporteur, wird voraussichtlich wieder verstärkt russisches Öl kaufen – trotz einer Vereinbarung mit US-Präsident Donald Trump, russische Importe zu senken. Für Indien hat Versorgungssicherheit Vorrang, zumal der aktuelle Konflikt maßgeblich auf Trumps Iran-Politik zurückzuführen ist. Zusätzlich ist damit zu rechnen, dass betroffene Importländer ihre strategischen Ölreserven freigeben und Exporteure weltweit ihre Produktion und Verschiffungen maximieren.

Der entscheidende Faktor für Öl- und Gasmärkte bleibt die Dauer des bewaffneten Konflikts. Je länger die Energiepreise auf hohem Niveau verharren, desto stärker dürfte der öffentliche Druck auf Trump und andere Staatsführer wachsen, den Konflikt zu beenden. Das ist letztlich auch die wichtigste Bremse für weiter steigende Preise.

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