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Indien stockt Kohletransporte per Bahn auf – Kraftwerksreserven auf kritischem Niveau

Indien fährt die Bahntransporte von Kohle zu Kraftwerken hoch, da die Vorräte vieler Anlagen auf kritisch niedrige Werte gefallen sind; die Regierung hat Gegenmaßnahmen eingeleitet, während Starkregen den Abbau in wichtigen Förderregionen beeinträchtigt.

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Indien stockt Kohletransporte per Bahn auf – Kraftwerksreserven auf kritischem Niveau

Indien hat die per Schiene abgewickelten Kohleanlieferungen an seine Kraftwerke hochgefahren, nachdem die Brennstoffreserven mehrerer Stromproduzenten auf ein alarmierend niedriges Niveau gefallen waren. Dies gab das Kohleministerium am Montag bekannt. Die Anzahl der Anlagen, deren Kohlevorräte unter 25 Prozent des Sollbestands liegen oder als kritisch gering eingestuft werden, stieg bis zum 5. September deutlich auf 58 Einheiten, gegenüber 46 Ende August.

Bei 53 dieser betroffenen Anlagen handelt es sich um heimische Kohlekraftwerke, wie aus Daten auf der Internetseite der Central Electricity Authority hervorgeht – einer dem nationalen Energieministerium zugeordneten Forschungseinrichtung. Als kritisch gelten Bestände, die für weniger als drei Tage Stromproduktion ausreichen.

Behörden leiten Gegensteuerung ein

„Die Lage der als kritisch eingestuften Wärmekraftwerke wird kontinuierlich beobachtet; es wurden bereits steuernde Maßnahmen bei der Kohlebelieferung eingeleitet, um die Situation an diesen Standorten weiter zu verbessern“, erklärte das Kohleministerium. Ein Anstieg der Kohleauslieferungen durch den Staatskonzern Coal India, dessen Tochtergesellschaften sowie private Minen hat die Liefermengen bereits erhöht.

Die Verladung sei seit dem 3. September täglich gestiegen, teilte die Regierung mit. Laut den am Montag veröffentlichten offiziellen Zahlen kletterte die Kohleverladung an die Kraftwerke am 6. September auf 444 Einheitszüge (Rakes), verglichen mit 370 am 3. September. Dies bedeutet eine Steigerung von rund 20 Prozent binnen lediglich drei Tagen.

Niederschläge behindern Förderbetrieb

Heftige Regenfälle in mehreren bedeutenden kohlereichen Bundesstaaten Indiens – darunter Odisha, Jharkhand und Chhattisgarh – haben den Abbau erschwert und den Transport des Brennstoffs zu den Kraftwerken verlangsamt. Diese Regionen zählen zu den wichtigsten Kohleförderrevieren des Landes und sind für die Energieversorgung von essenzieller Bedeutung.

Kohle deckt rund drei Viertel der indischen Stromerzeugung, weshalb unterbrechungsfreie Brennstofflieferungen für die Netzstabilität unverzichtbar sind. Das Land ist nach China der zweitgrößte Kohleverbraucher weltweit und in hohem Maße von dem fossilen Energieträger abhängig.

Coal India meldet hinreichende Lagerbestände

Coal India, der größte Kohlebergbaukonzern der Erde, erklärte, an den Abbaustätten stünden weiterhin ausreichende Reserven von 76 Millionen Tonnen Kohle zur Verfügung. Das Staatsunternehmen nimmt eine zentrale Position in der indischen Energieversorgung ein und fördert den überwiegenden Teil der im Land verbrauchten Kohle.

Die derzeitigen Versorgungsengpässe erinnern an die schwere Energiekrise des Jahres 2021, als Indien zeitweise von einem flächendeckenden Stromausfall bedroht war. Damals führte ein Zusammenspiel aus hoher Nachfrage, gestörten Lieferketten und geringen Kohlevorräten zu weitreichenden Blackouts in mehreren Bundesstaaten.

Für Anleger in Rohstoffwerte ist diese Entwicklung von Bedeutung, da internationale Kohlepreise und die Energiepolitik Indiens unmittelbare Effekte auf globale Rohstoffmärkte entfalten. Zudem sind deutsche Unternehmen im indischen Energiesektor engagiert, etwa in der Kraftwerkstechnologie und bei erneuerbaren Energien.

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