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Jemen macht Kehrtwende: Verteidigungsministerium nimmt Houthi-Warnung zurück

Das jemenitische Verteidigungsministerium hat eine Drohung gegen Stammesversammlungen in Houthi-Gebieten zurückgenommen. Derweil heizen die militärischen Auseinandersetzungen in der Golfregion die Ölpreise an – Brent kletterte erstmals seit Mai auf 114 Do

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Jemen macht Kehrtwende: Verteidigungsministerium nimmt Houthi-Warnung zurück

Das Verteidigungsministerium des Jemen hat eine Stellungnahme widerrufen, in der Versammlungen zur Rekrutierung von Stämmen in den Houthi-Herrschaftsgebieten als Angriffsziele eingestuft wurden. Dies geht aus einem Bericht der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) hervor. In einem Beitrag auf sozialen Netzwerken stellte Verteidigungsminister Taher al-Aqili klar, dass die als „Nakf" bezeichneten Stammestreffen und weitere zivile Zusammenkünfte nicht attackiert würden.

Al-Aqili ergänzte, dass die Streitkräfte des Jemen bei ihren Einsätzen die Bestimmungen des humanitären Völkerrechts einhalten würden. Zuvor hatte der Verteidigungsminister der international legitimierten jemenitischen Exekutive vor Treffen in den Houthi-kontrollierten Regionen gewarnt. Er habe angedeutet, dass die vom Iran unterstützte Aufständischenorganisation diese Zusammenkünfte als „kulturelle Schulungen" missbrauche, um Zulauf zu generieren und Minderjährige für ihren Kampf anzuwerben, so die AP.

Zuspitzung an einem weiteren Schauplatz

Die Auseinandersetzungen zwischen den von Saudi-Arabien unterstützten Regierungstruppen und den Houthi im Jemen haben in den vergangenen Monaten deutlich an Härte gewonnen. Damit entsteht ein weiterer Brennpunkt in einem sich vergrößernden Konfliktgeschehen im Nahen Osten. Anfang dieses Monats starteten die Truppen der Allianz eine Militäroperation zur Rückeroberung von Houthi-besetzten Gebieten. Darunter befinden sich auch Areale, die die Kontrolle über die Bab-el-Mandab-Meeresenge ausüben – eine strategisch bedeutsame Passage für den internationalen Seeverkehr.

Die Houthi setzen ihrerseits offensive Aktionen gegen zentrale Einrichtungen in Saudi-Arabien fort. Im Laufe dieser Woche wies der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco an, seine Firmenzentrale in Dhahran nahe Bahrain zu räumen. Die Vereinigten Staaten riefen zudem ihre Diplomaten samt Angehörigen auf, das Königreich zu verlassen. Der Widerruf der Ministeriumsbekanntmachung erfolgt somit zu einem Zeitpunkt, an dem sich die militärische Situation an mehreren Fronten gleichzeitig verschärft.

Rohölpreis zeigt sich von den Spannungen beeindruckt

Es bestehen gravierende Sorgen, dass die wachsenden Spannungen im gesamten Nahen Osten die Fördermengen aus dieser zentralen Erdölregion beeinträchtigen könnten. Die Terminkontrakte für die Nordseesorte Brent zogen am Freitag an und markierten erstmals seit Mai die Marke von 114 US-Dollar je Barrel. Brent gilt als die bedeutendste Bezugsgröße für den globalen Rohölhandel und dient damit auch als Gradmesser für die Treibstoff- und Energieausgaben in Europa.

Für Privatinvestoren in Deutschland ist die Lage gleich in mehrfacher Hinsicht bedeutsam. Ein anziehender Ölpreis schlägt über die Energiekosten auf die Inflationsrate durch und belastet dadurch auch die Planungen von Unternehmen und Privathaushalten. Gleichzeitig offenbart der Kursanstieg, wie sensibel die Kapitalmärkte auf geopolitische Risiken in der Golfregion reagieren. Diese Gegend gehört zu den wichtigsten Förderrevieren weltweit, sodass Beeinträchtigungen der Transportwege unmittelbar auf die Preise durchschlagen können.

Die aktuellen Meldungen zeigen, wie dynamisch sich die Situation im Jemen und in der gesamten Region wandeln kann. Der Widerruf der Stellungnahme durch das Verteidigungsministerium stellt dabei eine eher untergeordnete Randnotiz in einem übergeordneten Konfliktgeschehen dar. Maßgeblich für die künftige Richtung dürften die Militäroperationen der Allianz, die Attacken der Houthi auf saudische Anlagen sowie die Frage sein, ob die Spannungen auf die Ölversorgung übergreifen. Marktbeobachter richten ihr Augenmerk daher sowohl auf die Geschehnisse an der Bab-el-Mandab-Straße als auch auf die Reaktionen der Rohstoffmärkte mit erhöhter Wachsamkeit.

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