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Rohölnotierungen geben nach, Brent hält sich oberhalb der 100-Dollar-Marke

Die Ölpreise gaben am Donnerstag leicht nach, der Brent-Preis bleibt jedoch über 100 Dollar je Barrel. Hintergrund sind die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran, während Goldman Sachs ein weiteres Anziehen der Rohölnotierungen auf über 120

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Rohölnotierungen geben nach, Brent hält sich oberhalb der 100-Dollar-Marke

Die Rohölnotierungen gaben am Donnerstag moderat nach, der Brent-Preis notiert jedoch weiterhin oberhalb der psychologisch bedeutsamen 100-Dollar-Marke. Grund dafür sind die unverminderten geopolitischen Spannungen in der Region des Nahen Ostens. Marktteilnehmer verharren angesichts der militärischen Auseinandersetzung zwischen Washington und Teheran in erhöhter Wachsamkeit.

Die Terminkontrakte auf die internationale Leitöl-Sorte Brent zur November-Lieferung verbilligten sich um 0,71 Prozent auf 100,50 Dollar je Barrel. Die Futures auf die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) für den Oktober-Termin sanken um 0,37 Prozent auf 96,68 Dollar pro Barrel. Damit hält die unbeständige Preisentwicklung an den Rohstoffmärkten an.

Ursachen der Konfliktverschärfung

Die politischen Spannungen im Nahen Osten hatten sich in den vergangenen Tagen merklich zugespitzt. Das US-Militär versenkte am Dienstag fünf iranische Rohöltanker als Vergeltungsmaßnahme für Attacken auf ein amerikanisches Marineschiff. Das United States Central Command teilte mit, dass das Kriegsschiff den iranischen Angriffen erfolgreich ausweichen konnte und keine US-Bürger zu Schaden kamen.

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran dauert mittlerweile im siebten Monat an. Wie das Wall Street Journal berichtet, haben führende Berater von US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus ihm gegenüber hinter verschlossenen Türen die Möglichkeit erörtert, dass die Auseinandersetzung mit Teheran bis zum Ende seiner Amtszeit andauern könnte.

Goldman Sachs prognostiziert steigende Rohölpreise

Die Eskalation erhöhe das Risiko, dass die Ölpreise aufgrund zunehmender Attacken auf die Handelsschifffahrt auf über 120 Dollar je Barrel klettern könnten, erklärte Daan Struyven, Co-Leiter der globalen Rohstoffforschung bei Goldman Sachs, in einem Interview in der CNBC-Sendung „Squawk Box Asia“. Die US-Investmentbank sieht folglich erhebliches Aufwärtspotenzial für die Rohölnotierungen.

Der physische Markt könnte durch einen weiteren Rückgang der Transitmengen, eine breitere Eskalation des Konflikts oder Gefährdungen der Energieinfrastruktur weiter angeheizt werden, was den Aufwärtstrend der Ölpreise verlängern würde, so Andrei Constantin, Handelsdirektor und Trading-Berater bei TFP Software FZCO.

Bewertung aus technischer Sicht

David Morrison, Senior Market Analyst bei Trade Nation, kommentierte die jüngsten Preisbewegungen wie folgt: „WTI hat seinen Ausverkauf zwischen Anfang Juni und Juli vollständig wettgemacht, während die Brent-Preise nun deutlich über dem Niveau von Anfang Juni notieren.“ Die technische Erholung an den Ölmärkten sei demnach beachtlich.

Für Anleger in Rohstoffwerte bleibt die Lage an den Energiemärkten somit angespannt. Steigende Ölpreise haben direkte Auswirkungen auf die Energiekosten und die Inflation in Europa. Sollte der Brent-Preis tatsächlich die von Goldman Sachs in Aussicht gestellte Marke von 120 Dollar erreichen, wären zusätzliche Belastungen für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung zu erwarten.

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