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Silber überflügelt Gold – Gold-Silber-Ratio sinkt markant

Die Gold-Silber-Ratio fällt auf 65,5, angetrieben von einer deutlich stärkeren Silber-Erholung. Rohstoff-Anleger profitieren von der industriellen Doppelrolle des weißen Metalls und einem schwächeren US-Dollar, während der Markt gespannt auf die US-Inflat

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Silber überflügelt Gold – Gold-Silber-Ratio sinkt markant

Das Verhältnis zwischen Gold und Silber (XAU/XAG) gab am heutigen Handelstag um 1,1 Prozent auf 65,5 nach. Dabei erholte sich Silber deutlich kräftiger als Gold, nachdem die Edelmetalle in den vergangenen Tagen eine mehrstufige und schmerzhafte Verkaufswelle erlebt hatten.

Die Ratio testete zunächst das Tagestief bei 64,86, ehe sie sich teilweise fing und bis auf 66,59 anzog. Ausschlaggebend für die Bewegung ist ein nachgebender US-Dollar, der physische Abnehmer zurück ins Silber-Segment lockt.

Marktteilnehmer bauen derzeit ihre Engagements vor dem am Freitag anstehenden Verbraucherpreisindex (CPI) für August ab. Dieser Wert gilt allgemein als wegweisend für den geldpolitischen Kurs der Federal Reserve auf ihrer Sitzung am 15. und 16. September.

Silber punktet mit industrieller Doppelfunktion

Dass Silber Gold hinter sich lässt, verdeutlicht die besondere Doppelrolle des grauen Metalls. Neben seiner Funktion als Wertspeicher und sicherer Hafen entfällt rund die Hälfte der Silbernachfrage auf industrielle Verwendungen wie Solarmodule und Elektronik. Dies schafft ein Nachfragefundament, das Gold nicht aufweist.

Diese industrielle Komponente hat bewirkt, dass Silber während der jüngsten, von Zinserwartungen angetriebenen Verkaufswelle weniger stark nachgab als Gold, und ermöglicht nun einen steileren Anstieg.

Zur überlegenen Performance des Silbers trug zudem ein Bericht der UBS vom Vortag bei, in dem die Prognose für das weiße Metall angehoben wurde. Die Großbank stuft den jüngsten Rückgang als taktisch motiviert ein und führt ihn auf dieselben Fed-Zinserwartungen zurück, die auch Gold belasten. Diese Einschätzung festigte die Marktstimmung zusätzlich.

Makro-Klima bleibt anspruchsvoll

Das gesamtwirtschaftliche Umfeld bleibt für beide Edelmetalle schwierig. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterten auf rund 4,77 Prozent – der höchste Stand seit 2008. Eine globale Anleihe-Verkaufswelle gewann an Fahrt, nachdem der Arbeitsmarktbericht für August vom vergangenen Freitag deutlich über den Erwartungen gelegen hatte. Die Zahl der Neueinstellungen übertraf die Konsensschätzungen um etwa das Dreifache.

Der Markt kalkuliert mittlerweile mit einer knapp 70-prozentigen Wahrscheinlichkeit für eine Zinsanhebung der Fed. Zudem untermauerte Fed-Gouverneur Michael Barr zu Wochenbeginn den restriktiven Kurs, indem er andeutete, bei anhaltender Inflation eine Zinserhöhung in Betracht zu ziehen.

Auch die US-Aktienmärkte geraten zunehmend unter Druck: Der S&P 500 verliert 0,6 Prozent, der Dow Jones gibt 0,8 Prozent nach, und der Nasdaq rutschte um 0,8 Prozent ab.

Vorsichtiger Ausblick bleibt angebracht

Das Zusammenspiel aus einem temporär schwächeren Dollar, der Robustheit der industriellen Silbernachfrage und der Positionsglättung vor der CPI-Veröffentlichung hat die Gold-Silber-Ratio heute fallen lassen. Gleichzeitig drängt die übergeordnete Zinserhöhungs-Narrative beide Metalle in die Defensive.

Die Ratio bewegt sich weiterhin klar innerhalb ihrer 52-Wochen-Spanne von 43,32 bis 89,05. Händler werden bis zur Klarheit über den weiteren Fed-Kurs, den die Inflationsdaten am Freitag liefern sollen, vorsichtig agieren.

Gold-Silber-VerhältnisSilberGoldXau/XagFedCPIUs-DollarEdelmetalle

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