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Stromnetz in Gefahr: Barclays-Studie warnt vor massiven Engpässen in den USA

Ein Barclays-Bericht zeigt, dass die USA ihre Strominfrastruktur nicht schnell genug ausbauen können – langwierige Genehmigungsverfahren und ein drastisch verlangsamter Netzausbau gefährden die Versorgungssicherheit und haben direkte Auswirkungen auf die

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Stromnetz in Gefahr: Barclays-Studie warnt vor massiven Engpässen in den USA

Die Vereinigten Staaten drohen bei der Stromversorgung ins Hintertreffen zu geraten. Ein aktuelles Papier der Investmentbank Barclays, das am Freitag veröffentlicht wurde, zeigt auf, dass der Ausbau der Strominfrastruktur nicht mit der rasant steigenden Nachfrage Schritt halten kann. Ursachen sind demnach langwierige Genehmigungsprozesse und ein schleppender Netzausbau.

Laut Barclays ist ein zügiger Ausbau sowohl bei der Stromerzeugung als auch bei den Übertragungskapazitäten unerlässlich, um den wachsenden Bedarf zu decken. Allerdings könnten regulatorische Hürden verhindern, dass die USA das Angebot rechtzeitig und im ausreichenden Umfang steigern, so die Analysten.

Entwicklung der Netzkapazität im historischen Rückblick

Wie stark sich die Lage zugespitzt hat, zeigt ein Blick auf vergangene Jahrzehnte. In den 1950er Jahren konnte die US-amerikanische Stromerzeugung mehr als verdoppelt werden, und auch in den 1960er Jahren legte sie noch einmal ähnlich stark zu. Gleichzeitig wurden zwischen 1965 und 1975 pro Jahr rund 8.000 Meilen neue Übertragungsleitungen verlegt. Seither ist der Ausbau des Stromnetzes massiv zurückgegangen.

Die Experten von Barclays beziffern das jährliche Wachstum der Übertragungskapazität in den 1980er und 1990er Jahren auf durchschnittlich zwei Prozent. Zwischen 2004 und 2016 fiel dieser Wert auf 1,2 Prozent, bevor er sich im Zeitraum von 2017 bis 2024 auf nur noch 0,6 Prozent abschwächte. Das Congressional Budget Office hingegen hält ein jährliches Plus von mindestens drei Prozent für erforderlich, um den künftigen Stromhunger stillen zu können.

Zahlreiche bürokratische Hindernisse

Barclays weist darauf hin, dass das Genehmigungsverfahren in den USA immer undurchsichtiger und aufwendiger geworden sei. Auf Bundes-, Staats- und lokaler Ebene sowie durch gerichtliche Prüfungen könnten Großprojekte um Jahre verzögert werden. Bei Vorhaben mit einem Investitionsvolumen von mehr als 200 Millionen US-Dollar, die unter den National Environmental Policy Act fallen, zählte Barclays mindestens 64 einzelne Genehmigungsschritte und Prüfungen, an denen 15 Bundesbehörden und 34 Unterabteilungen beteiligt waren.

Darüber hinaus ermittelte das Institut rund 425 Maßnahmen und Meilensteine innerhalb des bundesstaatlichen Genehmigungsprozesses, von denen 230 als verpflichtend gelten. Doch nicht nur auf Bundesebene gibt es Verzögerungen: In 34 Bundesstaaten sind öffentliche Sitzungen oder Anhörungen während des Verfahrens gesetzlich vorgeschrieben, und 37 Bundesstaaten übertragen lokalen Regierungen die Entscheidungsgewalt über Standort- und Genehmigungsauflagen.

Rund jedes dritte Energieprojekt betroffen

Die Konsequenzen dieser Überregulierung sind erheblich. Fast 30 Prozent der von Barclays untersuchten großen Energieprojekte wurden entweder eingestellt oder vorläufig ausgesetzt. Bisherige Ansätze, die Verfahren zu straffen, hätten nur gemischte Erfolge erzielt, so die Bank.

Der im Jahr 2023 verabschiedete Fiscal Responsibility Act sah eine Zweijahresfrist für Umweltverträglichkeitsprüfungen vor. Allerdings konnten nur 39 Prozent der Prüfungen diese Vorgabe einhalten, während 61 Prozent die gesetzliche Frist überschritten.

Trumps Anordnungen bislang ohne nachweisbaren Effekt

Die von Präsident Donald Trump erlassenen Dekrete zur Beschleunigung des Ausbaus von Energie- und Rechenzentrumsinfrastruktur könnten zwar Verbesserungen bringen. Barclays betont jedoch, dass es verfrüht sei, deren Wirkung zu beurteilen, da die meisten unter dieser Regierung eingeleiteten Prüfungen noch nicht abgeschlossen sind.

Die Bank gelangt zu dem Schluss, dass das Genehmigungswesen ohne tiefgreifende gesetzliche Reformen auf allen Verwaltungsebenen ein zentrales Hemmnis für den Ausbau der US-Energieinfrastruktur bleiben dürfte. Für Investoren in Rohstoffwerte ist diese Entwicklung von besonderer Bedeutung: Die Energiepolitik der USA beeinflusst maßgeblich die globale Wettbewerbsfähigkeit und die Energiekosten – vor dem Hintergrund des steigenden Strombedarfs durch Rechenzentren und der fortschreitenden Elektrifizierung der Wirtschaft ein zentraler Faktor für die Nachfrage nach Energierohstoffen.

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