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Huthi-Rebellen besetzen Schlüsselinsel – Rohölmärkte geraten unter Zugzwang

Die Huthi-Rebellen haben die strategisch bedeutsame Insel Perim in der Bab-al-Mandab-Straße eingenommen, was die globalen Ölmärkte zusätzlich unter Druck setzt und die Ölpreise über der 100-Dollar-Marke hält.

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Huthi-Rebellen besetzen Schlüsselinsel – Rohölmärkte geraten unter Zugzwang

Die vom Iran gestützten Huthi-Rebellen haben nach Informationen aus jemenitischen Regierungskreisen am Freitag die strategisch wichtige Insel Perim in der Meerenge Bab al-Mandab eingenommen. Dieser Schritt stellt eine deutliche Verschärfung des Konflikts im Jemen dar und schürt die Ängste hinsichtlich einer der bedeutendsten Handelsrouten für Öltransporte weltweit. Bereits am Donnerstag hatten die Aufständischen die Hafenstadt Mocha sowie die Hanish-Inseln besetzt und die Ortschaft Dhubab unter ihre Gewalt gebracht.

Die Bab-al-Mandab-Passage, welche das Rote Meer mit dem Golf von Aden verbindet, hat seit Ausbruch der Spannungen zwischen den USA, Israel und dem Iran Ende Februar erheblich an Relevanz gewonnen. Sie fungiert als alternative Route für Rohöllieferungen gen Asien und besitzt daher eine Schlüsselrolle für die internationalen Energiepreise.

Militärischer Vorstoß mit schwerwiegenden Konsequenzen

Fachleute wie Hamish Kinnear von Verisk Maplecroft bezeichnen den Verlust von Mocha als herben Rückschlag für Saudi-Arabien. Die Huthi-Kämpfer bauen damit ihre Macht über die jemenitische Küste weiter aus. Falls es den Rebellen gelingt, die Meerenge vollständig zu beherrschen, könnte der Iran – der die Huthi als Verbündeten fördert, eine direkte militärische Führung jedoch öffentlich dementiert – seine Machtstellung gegenüber den USA deutlich stärken.

Die von Saudi-Arabien unterstützte jemenitische Administration kündigte postwendend eine militärische Rückeroberung an. Militärsprecher Oberst Majed al-Nazili rief die Zivilbevölkerung dazu auf, die Strecke zwischen Taiz und Mocha zu umfahren. Man beabsichtige, die Huthi-Milizen mittels Luftangriffen und Waffengewalt aus den strategisch relevanten Arealen zu verdrängen. Nach Medienberichten erfolgt der Vormarsch der Huthi unter unmittelbarer Führung der iranischen Revolutionsgarden, die eine weitere Front im Konflikt mit den USA aufmachen möchten.

Riad und Washington zeigen sich zurückhaltend

Trotz der militärischen Fortschritte der Huthi bleibt die Gegenwehr Saudi-Arabiens bislang verhalten. Wie Axios unter Berufung auf US-Regierungsvertreter meldete, lehnte US-Präsident Donald Trump zwei Anfragen des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman ab, Luftschläge gegen die Huthi zu fliegen. Washington strebt zwar eine verstärkte Unterstützung für Riad an, möchte aber eine direkte militärische Beteiligung vermeiden.

Rohölnotierungen verharren oberhalb von 100 Dollar

Die Auswirkungen auf die Energiepreise sind bereits deutlich erkennbar. Obwohl die Ölpreise am Freitag moderat nachließen, steuern die Referenzsorten Brent und WTI auf einen Wochenschluss über der Schwelle von 100 US-Dollar je Barrel zu – ein Niveau, das seit Mitte Mai nicht mehr verzeichnet wurde. Marktbeobachter der ING weisen darauf hin, dass die Akteure an den Märkten die Dauer und Intensität des Konflikts neu einschätzen, da die Öltransporte durch die Straße von Hormus weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenwert liegen.

Parallel dazu berichtet die Financial Times, dass Außenminister aus der Region in Oman über eine vorübergehende Vereinbarung zur Sicherung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus verhandeln wollen. Eine offizielle Bestätigung dafür liegt bislang nicht vor. Für Anleger in Rohstoffwerte bleibt die Situation angespannt: Das Zusammenspiel aus militärischer Zuspitzung am Bab al-Mandab und den fortdauernden Spannungen im Nahen Osten dürfte die Ölpreise in den nächsten Wochen weiter nach oben treiben.

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